Wechseljahre der Frau

Mit Beginn der Wechseljahre stellt sich der weibliche Organismus um. Er wechselt von der reproduktiven oder geschlechtsreifen Phase in das sogenannte Senium oder die postmenopausale Phase.
Genauso wie die Pubertät eine Phase in der weiblichen (und männlichen) Entwicklung darstellt, ist auch das Klimakterium eine solche Phase. Im Durchschnitt beginnen die Wechseljahre mit Mitte vierzig.

Mit dieser hormonellen Umstellung wird das Ende der fruchtbaren Phase der Frau eingeleitet. Die Produktion von Östrogen wird immer weiter zurückgefahren. Östrogene beeinflussen das weibliche Erscheinungsbild und sind verantwortlich für die Fortpflanzung. Sie beeinflussen die Stimmlage, sorgen mit für die Bildung von Brustgewebe und des Unterhautfettgewebes, welches der Frau ihre Körperform verleiht. Die Bildung von Gebärmutterschleimhaut wird ebenfalls mit beeinflusst. Oftmals geht mit dem Klimakterium eine fehlende Lubrikation einher.
Sie erschwert die Befeuchtung der Scheide. Dadurch kann das Sexualleben erheblich eingeschränkt werden, denn das Eindringen des Penis ist dann oft nur unter Schmerzen möglich. Das natürlich produzierte Gleitmittel steht nicht mehr oder aber nur noch in zu geringer  Menge zu Verfügung.

Während der Wechseljahre, die in mehrere Abschnitte unterteilt werden, nehmen die Produktion von weiblichen Geschlechtshormonen und die Menstruation in Häufigkeit und Regelmäßigkeit ab. Die letzte Menstruation leitet die sogenannte Menopause ein. Die verschiedenen Phasen der Wechseljahre werden wie folgt beschrieben:
- Prämenopause; die Menstruation wird unregelmäßig oder setzt zum Teil für längere Zeit aus.
- Menopause; der Zeitraum der letzten Menstruation, die von den Eierstöcken ausgelöst wird.
- Postmenopause; sie dauert ca. 10 Jahre und stellt den Übergang in das Senium dar.
- Perimenopause; beschreibt de Zeit zwischen der Prä- und Postmenopause.
Zu Beginn des Klimakteriums kann es zu Schlaflosigkeit, erhöhter Nervosität, Kopfschmerzen und Depressionen kommen. Die schon weiter oben erwähnte trockene Scheide kann aufgrund der damit verbunden Unannehmlichkeiten zu sexuellem Desinteresse führen. Es gibt aber auch Frauen, die mit ihren Wechseljahren sexuell aktiver werden. Daran sollte deutlich werden, dass die Wechseljahre nicht einfach nur als biologischer Prozess begriffen werden können, die bei jeder Frau immer gleich ablaufen. Das soziale Umfeld und psychische Faktoren spielen eine erhebliche Rolle. Ist die Frau mit einem sexuell aktiven Partner zusammen, kann die Tatsache der Unfruchtbarkeit auch befreiend wirken und ein gänzlich neues Sexualleben zu Stande kommen. Der Penis des Mannes muss also nicht zwingend an Attraktivität verlieren. Der Gedanke an den Wegfall von beiderseitigen Verhütungspflichten und Menstruationshygiene kann auch neue Türen aufstoßen. Auch für den Mann kann dieser Gedanke an empfängnisfreien Sex geradezu eine Penisvergrößerung hervorrufen.
Allerdings kann sich die Tatsache der Unfruchtbarkeit auch negativ auswirken und so etwas wie eine Torschlusspanik auslösen, sollte die Frau noch keine Kinder haben.  Dies dürfte  ein Grund für das häufige Auftreten von Depressionen darstellen.
Circa 30% der Frauen sind durch Klimakteriumsbeschwerden betroffen. Meistens haben die Beschwerden ihre Ursache im Östrogenmangel. Als Therapie empfiehlt es sich daher, eine Hormonersatztherapie mit Östrogen und Gestagen einzuleiten. Allerdings sollte man nicht immer auf eine Hormontherapie zurückgreifen. Erkrankungen der Leber, Bluthochdruck, Gebärmutter- oder Brustkrebs verbieten eine Hormontherapie.

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