Vasektomie

Eine besonders radikale Verhütungsmethode ist die Sterilisation oder Vasektomie beim Mann.
Nur wenn man sich also absolut sicher ist, keine Kinder mehr bekommen zu wollen, sollte die Sterilisation in Betracht kommen. Zugegebenermaßen eine sehr sichere Methode der Verhütung.
Es handelt sich um einen operativen Eingriff, bei dem der Samenleiter, auf einer Länge von ca. 3 Zentimetern durchtrennt wird. Die beiden Enden werden verödet, damit diese nicht wieder zusammenwachsen können. Dadurch ist allerdings eine Vasektomie  nur noch sehr schwer rückgängig zu machen.
Relativ neu ist die sogenannte no-scalpel-vasectomy. Die Operationstechnik zählt zu den minimal invasiven Techniken. Es werden keine Schnitte benötigt, sondern nur punktiert und danach die punktierten Stellen aufgespreizt. Der Vorteile sind eine bessere und schnellere Wundheilung und geringere Blutungen.

Sterilisation ist nicht gleichzusetzen mit einer Kastration

Man darf die Sterilisation aber nicht mit der Kastration verwechseln. Beide unterscheiden sich in der Schwere des Eingriffs und den körperlichen Auswirkungen erheblich voneinander.
Durchtrennt man bei der Sterilisation lediglich den Samenleiter, so entfernt man bei der Kastration den gesamten Hoden mit den inne liegenden Keimdrüsen. Der Penis bleibt aber erhalten.
Der gesamte Hormonhaushalt wird bei der Kastration verändert. Die Libido nimmt ab oder der kastrierte wird sogar Impotent. In der Regel neigt der kastrierte zu Fettleibigkeit und Antriebsarmut.
In der Geschichte waren kastrierte als Haremswächter zu finden Der Besitzer des Harems wollte auf jeden Fall sichergehen, dass der Penis des Eunuchen nicht mehr zu gebrauchen ist. Aus welchen Gründen, kann man sich lebhaft vorstellen.

Um Sicher zu gehen, das der Penis nach der ambulanten Behandlung kein Sperma mehr transportieren kann, muss man ca. zwei Monate lang das Ejakulat auf eventuell vorhandene Samen von seinem behandelndem Arzt kontrollieren lassen. Erst dann kann man auf herkömmliche Verhütungsmethoden gänzlich verzichten. Denn direkt nach der Operation könnten schon Samen vor die Schnittstelle geflossen sein, die dann natürlich auch kurz nach der Sterilisation für eine Schwangerschaft sorgen  können.
Der Penis ist nach der Vasektomie noch voll funktionsfähig und behält die Fähigkeit, eine Erektion aufzubauen und zu erhalten. Ebenso wird auch weiterhin Ejakulat gebildet. Dieses enthält aber keine Spermien mehr. Das Sperma wird beim Mann im Hoden gebildet. Hinzu kommen bei der Ejakulation noch ein Sekret der Prostata und der Samenbläschen. Da aber die Verbindung von Produktionsort zum Penis durch die Vasektomie unterbrochen ist, kommt es nicht zur Ejakulation. Das nicht abgegebene Ejakulat wird vom Körper resorbiert und abgebaut. Eine Penisvergößerung oder Penisverkürzung tritt nicht auf, wenn  man sich einer Vasektomie unterzieht.

Refertilisierung

Wenn man die Vasektomie rückgängig machen möchte, weil sich in der Lebensplanung etwas geändert hat, spricht man von der Refertilisierung. Man entfernt bei den freigelegten Samenleitern die vernarbten Enden um eine frische Anschlussstelle zu erzeugen. Mit Hilfe feinster Nähte werden die ehemals getrennten Samenleiter wieder verbunden. Diese Technik wird Vasovasostomie genannt. Falls diese keinen Erfolg bringt, also in den nachfolgenden Spermauntersuchungen keine Samen nachgewiesen werden können, versucht man den Samenleiter direkt mit dem Nebenhodengang zu verbinden. Diese Technik ist unter dem Namen Tubulovasostomie bekannt.

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