Wechseljahre des Mannes

Bekannt sind bei den meißten Menschen eigentlich nur die Wechseljahre der Frau. Ab einem gewissen Alter findet eine hormonelle Umstellung statt, die für viele Frauen nicht so leicht zu verkraften ist. Aufgrund dieser Erlebnisse, sind die Wechseljahre so derartig stigmatisiert.
Wie sieht das ganze nun beim Mann aus? Ist er befreit von den Wechseljahren? Kann er so weiterleben wie vorher?
 Zur Beruhigung der Frauenwelt: Ja es gibt sie, die Wechseljahre des Mannes. Sie haben den schönen Namen “Klimakterium virile”.
Beim Mann scheint es sich allerdings eher um einen Prozess zu handeln, der früher als bei der Frau beginnt, was das Lebensalter betrifft, aber auch später endet als bei der Frau. Es ist also eher ein schleichender Prozess und wird deswegen wahrscheinlich auch nicht als so extremer Einschnitt im Leben wahrgenommen,wie es von der Frau wahrgenommen wird. Bei den Frauen kann es sogar im extremen Falle binnen weniger Monate zum Einsetzen des Klimakteriums  kommen und das ausbleiben der Menstruation, das die Frau ja seit ihrer Pubertät begleitet findet ein abruptes Ende. Bis ungefähr zum dreißigsten Lebensjahr des Mannes nimmt der Testosteronspiegel zu. Das dann erreichte Testosteron-Niveau bleibt für ungefähr eine Dekade auf einem level, bis es dann ab dem vierzigsten Lebensjahr langsam zurückgeht. Man spricht in der Regel von einer Abnahme des Testosteronspiegels um 1% pro Jahr.
Bei der Frau beginnt das Klimakterium mit etwas über 40 Jahren und wird durch Östrogenmangel ausgelöst. Bei dem Mann ist das hormonelle Äquivalent das Testosteron. Die Produktion lässt nun allmählich nach und „Alterstypische“ Erscheinungen treten nach und nach auf: zurückweichendes Haar, Glatzenbildung, Zunahme an Leibesumfang oder auch Erektionsstörungen beziehungsweise erektile Dysfunktion. Da die Produktion des Männlichkeitshormons kontinuierlich nachlässt, scheint sozusagen eine schleichende Entmännlichung einzusetzen. Rein technisch gesehen wäre der Mann aber noch in der Lage  Nachkommen zu zeugen. Allerdings nimmt der Sexualtrieb im Laufe des „Klimakterium virile“ ebenfalls ab. Viele Männer versuchen nun, ihre schwindende Männlichkeit zu kompensieren. Wer kennt sie nicht, die gesetzten Herren mit Ihren Harley-Davidson und PS-starken Cabriolets. Symbole, die einer Penisvergrößerung gleichkommen und Jugendlichkeit vorgaukeln, wo definitiv keine mehr ist.
Allerdings sollten Männer trotz des „milder“ verlaufenden Klimakteriums sich mit der Situation beschäftigen. Denn auch bei Männern ist es durchaus möglich, das Depressionen und Antriebslosigkeit die Kontrolle übernehmen. Wenn man sich über das Thema informiert und akzeptiert, das man gegen den Alterungsprozess nicht viel unternehmen kann, und sein Leben den geänderten Umständen anpasst, spricht nichts gegen ein normales Leben. Das heißt, ein bisschen mehr Sport als vielleicht vorher ausgeübt,die Ernährung auf etwas gesündere Produkte umstellen.
Gegen eben diesen geschrieben Absatz gibt es nun zwei Widersprüche: 
Zum einen ist es noch nicht wirklich verifiziert, das Männer definitiv in den Wechseljahren sein könnten und zum anderen, gibt es durchaus die Möglichkeit etwas zu unternehmen. Zwar gibt es keine Hormonersatz-Therapie, wie sie bei Frauen angewandt wird, aber es ist durchaus möglich so eine Hormontherapie zu beginnen.

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